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Die Eisenbahn
Lokomotive 5.05.2026
Das kulturelle Erbe

Wie sind die Zukunftschancen?

Die technisch interessierte Öffentlichkeit wendet ihre Aufmerksamkeit in immer stärkerem Maße den jüngeren Verkehrsmitteln, insbesondere dem Automobil und dem Flugzeug, zu.
Wie steht es aber in Wirklichkeit mit den Zukunftschancen der Eisenbahn? Sicher ist es richtig, dass die Eisenbahn als Verkehrsmittel gewissen naturgegebenen Schranken unterworfen ist, die notwendigerweise die Grenzen ihrer technischen Entwicklung bestimmen. Sie ist an die Schiene und zugleich — wenigstens im praktischen Ergebnis — an die Spurweite und an das Profil der Landschaft gebunden; sie ist also nicht so freizügig verwendbar wie beispielsweise der Kraftwagen. Sie kann sich nicht von der Erde erheben wie das Flugzeug. Andererseits befähigen sie gerade die Spurgebundenheit und die geringe Rollreibung zwischen Rad und Schiene, lange Züge zu bilden und große Lasten mit geringsten Kräften zu bewegen. Aus demselben Grund kann sich die Eisenbahn für ihren Betrieb in weitaus größerem Maße als ein Individualverkehrsmittel der Automation bedienen, wobei ihr Elektronik, Computer und KI wertvolle Dienste leisten können.
Als bisher einzigem Verkehrsmittel ist ihr ein unterbrechungsfreier elektrischer Betrieb zugänglich, der ihr die Möglichkeit eröffnet, sich auch der Energie aus Sonne und Wind, der umweltfreundlichsten Kraftquelle, zu bedienen.
Nach dem heutigen Stand der Technik arbeitet kein Verkehrsmittel so wirtschaftlich wie die Eisenbahn, wenn es darauf ankommt, hohe Beförderungsleistungen in kurzer Zeit mit geringem Personalaufwand zu bewältigen. Die Eisenbahn ist also in keiner Hinsicht vom technischen Fortschritt ausgeschlossen.

Wettbewerb spornt an

Die Leistungsfähigkeit eines Verkehrsmittels wird nach seiner Sicherheit, Schnelligkeit, Pünktlichkeit, Bequemlichkeit und Wirtschaftlichkeit beurteilt. Die Eisenbahn­gesellschaften in aller Welt sind unermüdlich bestrebt, ihre Leistungen entsprechend diesen Erfordernissen zu steigern, um vor ihren Kunden im Wettbewerb mit den anderen Verkehrsmitteln bestehen zu können.
Die klassischen Fahrzeugtypen des ersten Eisenbahnzeitalters werden planmäßig durch moderne Konstruktionen ersetzt, die den gesteigerten Ansprüchen der Reisenden entsprechen. So treten an die Stelle der Dampflokomotiven auf den stark belasteten Hauptstrecken elektrische Lokomotiven, auf den übrigen Strecken und im Rangierdienst modernste Diesellokomotiven. Die historischen aber unbequemen Reisezugwagen der Holzbauweise sind auf dem Netz der Bundesbahn zum Beispiel nahezu verschwunden; sie haben den komfortablen IC-Zügen, den Schnellzugwagen und Nahverkehrswagen in Leichtbauweise, den Akkumulatorentriebwagen und den Schienenomnibussen Platz gemacht.
Bei den Güterwagen zeichnet sich ein klarer Strukturwandel von den fast hundert Jahre lang unverändert gebliebenen offenen und geschlossenen Wagen zu den Spezialgüterwagen ab.
Im Gleisbau werden die Schienen kilometerlang zusammengeschweißt, so dass die Züge heute nicht mehr über Schienenstöße rattern, sondern sanft und ruhig auf den Gleisen dahingleiten. Der Einbau von Betonschwellen und der Einsatz von Maschinen haben die Wirtschaftlichkeit auch im Gleisbau wesentlich gesteigert.
Lokomotive der Kleinbahn